Walter Seitter
Philhellenismus oder Byzantinistik?
Wolfgang von Goethe über den Kardinal Bessarion
Die erste (und fast die einzige) umfassende Arbeit über Plethon, die in Deutschland hergestellt worden ist, erschien 1874. Ihr Verfasser, der Philosoph Friedrich Schultze (1846-1908), schreibt im Vorwort, er habe 1869 Herrn Wolfgang von Goethe, den Enkel des Dichters, kennenlernen dürfen und von ihm die Anregung erhalten, Plethons Leben und Philosophie darzustellen.[1] Der Herr von Goethe habe in seinen jahrelangen Forschungen über den Kardinal Bessarion die große Bedeutung erkannt, die Plethon nicht nur für Bessarion sondern für die Philosophie seines Zeitalters gehabt hatte, und er habe ihm, Schultze, wertvolle Materialien für sein Buch zur Verfügung gestellt.
Wenn es stimmt, daß dieser Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) in der Frühzeit der deutschen Plethon-Forschung einen bestimmenden Einfluß ausgeübt hat, dann dürfen wir der Frage nachgehen, was ihn dazu befähigt haben könnte, und damit auch der Frage, was es denn mit seinen Forschungen zu Bessarion auf sich habe. Nun, zu Wolfgang von Goethe hat bereits Ludwig Mohler in seinem monumentalen Werk über den Kardinal festgestellt, daß er der erste gewesen sei, der „sich mit Bessarion und seiner Zeit beschäftigte“.[2] Allerdings ist er auch zu dem Urteil gekommen, daß die Forschungen Goethes keine wirklichen Ergebnisse gezeitigt haben – schon gar nicht über Bessarion. Wenn wir trotzdem bei diesem Goethe verweilen wollen, müssen wir uns fragen, was ihn überhaupt zu seiner Themenwahl geführt hat, wir müssen uns also auf seine intellektuellen Interessen und seinen Lebensweg einlassen. Damit tauchen wir in ein Gebiet ein, daß mit dem, was man heute „Byzantinistik“ nennt, gar nichts zu tun hat – oder vielmehr in ein Feld von geistigen Bewegungen, aus dem heraus sich die genannte Disziplin doch auch herausdifferenziert haben könnte. Letzten Endes in das Feld zwischen deutscher Klassik und deutscher Romantik, in welchem der Großvater dieses Goethe wie ein Leuchtturm aufragt.
Wolfgang von Goethes Werk wurde 1871 in Jena gedruckt und zwar unter dem Titel Studien und Forschungen über das Leben und die Zeit des Cardinals Bessarion 1395-1472. Abhandlungen, Regesten und Collectaneen. I. Die Zeit des Concils von Florenz. Erstes Heft. Die Titelseite gibt weder Ort noch Jahr an, wohl aber schließt sie mit der eingeklammerten Bemerkung: Als Manuscript gedruckt. Damit wird angedeutet, daß es dem damals einundfünfzigjährigen Verfasser nicht gelungen war, seine Schrift als ordentliches Buch oder gar als wissenschaftliches Werk bei einem Verlag unterzubringen. Dieser bibliotechnische Mangel ist die eine offensichtliche Besonderheit des Druckwerks. Sie steht in einem gewissen Gegensatz zu einer anderen gut sichtbaren Auffälligkeit, welche anzeigt, daß das Buch ein erster Band eines mindestens (!) vierteiligen Werks sein soll: I bezeichnet den ersten behandelten Zeitabschnitt, „Erstes Heft“ will sagen, daß dieser Zeitabschnitt mit dem vorliegenden Band keineswegs ausgeschöpft ist. In einem Brief hat Goethe selber diese biblionumerische Besonderheit seiner Schrift mit der Formel „Bessarion I. 1...“ bezeichnet.[3]
Die 230 Seiten umfassende Schrift enthält verschiedene Abschnitte, die sich alle auf das Konzil von Ferrara-Florenz beziehen, vornehmlich auf die Beteiligung der Ostkirche an diesem Konzil. Trotzdem machen sie einen ziemlich disparaten Eindruck und keineswegs rücken sie Bessarion in den Vordergrund; andere Konzilsteilnehmer wie Sylvester Syropoulos oder Ambrogio Traversari werden hingegen ausführlich behandelt. In ihrer Form schwanken die Ausführungen zwischen Beschreibung der – bereits gedruckten – Konzilsdokumente einerseits und realgeschichtlicher Darstellung der Vorgänge auf dem Konzil andererseits. Man hat den Eindruck, es handelt sich um Bruchstücke eines größeren Ganzen, das zwar erkennbar ist, aber nicht wirklich sichtbar gemacht wird. Allerdings kann man der Einleitung und dem Schlußwort die Formulierung einiger Gedanken entnehmen, die den Verfasser wohl geleitet haben werden.[4]
1.Goethe geht davon aus, daß in der Geschichtsforschung die Anlegung von Regesten, also Urkundensammlungen von Fürsten oder Gemeinwesen, eine übliche Technik darstellt – womit er sich in die Tradition der Politikgeschichte stellt und gleichzeitig in eine bibliographische oder historisch-kritische.
2.Nunmehr sei es an der Zeit, Urkundensammlungen nicht nur in bezug auf Staatsmänner sondern auch in bezug auf andere einflußreiche Personen anzufertigen. Wir dürfen wohl sagen, daß Goethe damit die rechtshistorische Methode in Richtung Kulturwissenschaft auszuweiten gedachte.
3.Der Kardinal gehöre zweifellos zu diesen Persönlichkeiten, war er doch von besagtem Konzil an bis zu seinem Tode der „Haupt-Mittelpunkt“ des letzten großen Versuches, die abendländische und die morgenländische Kirche zu vereinigen. Hinter der Gestalt des Bessarion sei die „Geschichte der griechischen Kirche“ das Thema seiner Schrift.
4.Die Bedeutung dieses Themas lasse sich auf zwei zunächst einmal klar voneinander geschiedenen Linien situieren. Zum einen sei es im Näherrücken der griechischen Kirche und speziell in dem Bestreben des Bessarion darum gegangen, Griechenland mitsamt dem Griechentum zu erhalten. Bessarion habe sich ebenso wie sein Lehrer Plethon ausdrücklich als Angehöriger des griechischen Volkes bezeichnet und nunmehr, so Goethe, sei es an der Zeit, auch diese späten Griechen, diese Erhalter, Goethe nennt sie „Boten“, diese Boten der altgriechischen Sprache und Kultur, ähnlich zu behandeln wie die „Botschaft“. Goethe argumentiert ausgesprochen medientheoretisch oder vielmehr medienfreundlich für die Nachträglichen, für die, die bis zu uns her tragen. Und er nennt sie lieber „griechisch“ als „byzantinisch“.
5.Und die andere Linie verweist noch unmittelbarer auf die Gegenwart – die Gegenwart des späten 19. Jahrhunderts und nicht nur die. Goethe meint, daß sich seine weiteren Untersuchungen über das Leben des trapezuntischen Kardinals auf dem brennenden Boden der brennendsten Fragen bewegen: „denn was ist die orientalische Frage seit ihrem ersten Stadium Anderes als der Wiedereintritt der Völker des oströmischen Reichs, des byzantinischen, des Romäer-Reichs in die Geschichte Europas, .... aus welcher sie .... herausgetreten waren.“
6.Diese weitreichenden Fragen, die in die Geschichte die unabdingbare Querdimension der Geographie hineinspannen, werden von Goethe bloß angedeutet und nicht etwa zu großen Thesen ausgebaut. Nur in der Frage der Ökumenizität des Konzils, die in Ferrara und Florenz diskutiert worden ist, erlaubt sich Goethe von seiner historischen Darstellung aus einen Seitenblick auf das Konzil von 1870-1871.
7.Goethe wollte diese Sammlung von Bruchstücken zur Geschichte des Unionskonzils regulär publizieren. Aber der Hallenser Kirchenrechtler Otto Mejer, sein lebenslanger Freund, riet ihm davon dringend ab, ja vereitelte eine solche Publikation, weil für ihn das Unfertige dieser Schrift zu offensichtlich war. Goethe mußte sich dem zu seinem Leidwesen fügen. Aber ganz gab er nicht nach: er organisierte eine Art Privatdruck für seinen Text und in seinem Schlußwort verteidigte er das Unfertige, die bloße Vorarbeit, die sich nicht als etwas Fertiges ausgeben will.
8.An Otto Mejer schrieb er: „ich will die Aussagen der bekannten Quellen in ihrer Nacktheit ... Ich mag kein Schriftsteller sein, ich will kein Buch schreiben. Ich will Nichts, als: die Wahrheit fördern.“[5] Das Insistieren auf den Aussagen – der anderen, die selbstzerstörerische Wahrheitsliebe, das Scheitern des Schriftstellers.
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All dies entfernt den Enkel weit vom Dichterfürsten. Aber was könnte die Linie sein, die Wolfgang Goethe zu seinem sowohl unscheinbaren wie auch unabsehbaren Bessarion-Projekt geführt hat? Es ist wohl die, die im vierten der hier angeführten Punkte genannt ist: Erhaltung, Weiterleben des Griechentums. Goethe prägte dafür auch die Formel: „Altertum im Mittelalter“ – und er meinte wohl ein Weiterleben übers Mittelalter hinaus.
Anstatt nun sämtliche Forschungsvorhaben von Wolfgang Goethe aufzuzählen, springe ich in seiner Biographie von der Zeit um 1870 fast dreißig Jahre zurück und komme in seine Studentenzeit. Er studierte von 1839 bis 1845 in Bonn, Jena, Heidelberg und Berlin: zunächst Philologie, dann hauptsächlich Jurisprudenz und zuletzt auch Philosophie. Diese drei Fächer deuten bereits auf die weitgespannte Dreigliederung seines Studienabschlusses voraus, welchen er im Fach Jurisprudenz machte und der doch weit über die juristische Disziplin hinausgriff. 1844-1845 veröffentlichte Goethe drei höchst unterschiedliche Schriften, die er als Ersten, Zweiten, Dritten Beitrag bezeichnete und zusammenstellte.[6]
Der Erste Beitrag ist eine schmale philosophisch-geistesgeschichtliche Abhandlung mit dem Titel Der Mensch und die elementarische Natur. Wohl unter dem Einfluß von Schelling geschrieben, den Goethe in Berlin gehört hatte, entwickelt die Schrift den Gedanken, daß ein ursprüngliches Nahverhältnis zwischen dem Menschen und der „elementarischen Natur“ zunächst durch die Religionen, vor allem die alttestamentarische und die christliche, dann durch bestimmte Entwicklungen in Wissenschaft und Kunst, aufgelöst worden sei. Aber sowohl im Mittelalter wie im Protestantismus habe die „Verschwisterung mit der Natur“ wieder an Boden gewonnen, ebenso bei Montesquieu und Rousseau und vor allem in der Romantik, auch wenn deren Darstellungsformen häufig verfehlt seien.[7]
Goethe zieht nun daraus den Schluß, daß für die Darstellung seines Anliegens, in dem es um eine fundamentale Orientierung des Menschen geht, eine angemessene Form zu finden sei, indem man die strenge Wissenschaft und die Poesie zunächst auseinanderhalte, um sie dann zu einem höheren Ganzen zu vereinigen. Die erste Form bestehe darin, „eine geschichtliche Darstellung der Momente zu geben, aus denen hervorgeht, wie die Völker seit der ältesten Zeit, die elementarische Natur, insofern sich Rechtsverhältnisse an diese knüpfen konnten und knüpften, auffaßten, welche Äußerungen des Rechtslebens und der Gesetzgebung hierauf zurückzuführen sind“.[8]
Damit hat Goethe das Erkenntnisinteresse für seine eigentliche Doktorarbeit formuliert, eine lateinische Dissertation mit dem Titel De fragmento Vegoiae, cujus sit momenti in tractandis antiquitatibus juris Romani – und dem Vortitel De ea quae homini cum natura intercedit ratione Tractatus Secundus. Gegenstand der Dissertation ist ein Fragment der etruskisch-römischen Rechtstradition, das von göttlicher Kosmogonie und Landverteilung ausgeht und all denen katastrophale Strafen androht, die die Grenzsteine unbefugt zu ihren Gunsten verrücken.[9] Der Grund für diese Strafandrohung liege darin, so Goethe, daß, wer die Grenzen der Äcker verletze, den Himmel, die Erde und die gesamte Natur attackiere. Deren Heiligkeit und deren Gewalt über das menschliche Leben seien bei den Römern, bei Solon, Montesquieu und Rousseau ebenso bezeugt wie in den indischen Dichtungen Mahabharata und Sakuntala.[10] Darf man die Frage stellen, ob diese weiträumige Zeugensammlung etwa mit Plethons Methode der globalen Doxographie vergleichbar ist?[11] An Plethon erinnert jedenfalls auch die Verknüpfung mit der Gesetzgebungs-, d. h. mit der Verfassungsproblematik.
Allerdings scheint Goethe die „vis naturae“ ebensowenig
genau zu definieren wie die „elementarische Natur“ im ersten Beitrag. Man kann
vermuten, daß mit diesen Wörtern archaisch-pantheistische Vorstellungen
evoziert werden, die in der Neuzeit bei Johann Wolfgang Goethe, bei Schelling,
bei Hölderlin formuliert worden sind und in der antiken Philosophie noch
allgegenwärtig waren, wofür ein später Nachklang in der Schrift des Bessarion
zu finden ist, die behauptet: Quod natura consulto agat.[12]
Wolfgang Goethes „Dritter Beitrag“ war eine umfangreiche Versdichtung, ein märchenhaftes Drama mit dem Titel Erlinde.[13] Die nicht gelingende Liebe zwischen einem mittelalterlichen thüringischen Grafen und einer Nixe soll veranschaulichen, zu welchen Folgen die Verfeindung zwischen dem Menschen und der Natur im sogenannten privaten Leben führt: zur Unmöglichkeit der Liebe - die in privaten Äußerungen Wolfgang Goethes ein wichtiges Thema war und die nun in einer sehr romantischen Wendung auch literarisch hervorteten darf.[14]
Ich glaube, daß man in dieser Wendung auch einen Zug erkennen kann, der Wolfgang Goethes Objektwahlen allgemein kennzeichnet: nämlich eine Abwendung von den „klassischen“ Autoren und Epochen und Landschaften, mit denen die „Klassiker“ Friedrich Schiller, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Hölderlin eine ähnliche Orientierungsproblematik, letzlich eine religionspolitische, orchestriert haben. Ich denke an Schillers Gedicht Die Götter Griechenlands von 1788, geschrieben unter dem Eindruck von Winckelmanns Griechensehnsucht, ein Gedicht, das zehn Jahre später Hölderlin zu seiner Wiederbelebung einer besseren antiken Welt inspiriert hat. Ich denke an Johann Wolfgang Goethes Ballade Die Braut von Korinth von 1797, wo die Konfrontaton mit dem Christentum noch direkter und schärfer ausgetragen wird, indem „Anti-Christentum auf den Spuren des Ante-Christentums“ herbeigedichtet wird.[15]
Diese „klassische“ Linie des Philhellenismus, die geradewegs zu Nietzsches radikalem Deutsch-Griechentum führen wird, war es, von der der andere Goethe hartnäckig abzuweichen suchte, indem er mit einem obskuren nur halb-römischen Fragment ein ebenso halb-exotisches Stück Antike ausgewählt hat, um ein Zeugnis für die Macht der Natur zu finden.[16] Seine größte Abweichung aber bestand darin, daß er als seinen Hauptzeugen für das Weiterleben des Altertums im Mittelalter und darüber hinaus zwar einen Griechen und einen bewußten gewählt hat, aber einen, der üblicherweise als „Byzantiner“ gilt und der dann noch dazu durch seine Hauptentscheidung und seinen Lebenslauf anscheinend zu einem Apostaten vom Griechentum geworden ist, zu einem römischen Katholiken, zu einem römischen Kardinal. [17]
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Eine bemerkenswerte Abweichung dieses anderen Goethe. Einen biographischen Hintergrund dafür gibt er in einem Brief an seinen Freund Otto Mejer an, in dem er auf die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und dem Vatikan anspielt: „Mir erschien Rom und gerade der starre Katholizismus wohl noch mächtiger und für viele Seelen auch unentbehrlicher, als Ihnen. Es mag das mit meinem Leben in Österreich während des Glaubens- und Kirchenkampfes zusammenhängen.“[18]
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Schon bei seinem Großvater, dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe, läßt sich übrigens feststellen, daß er, jedenfalls auf dem Gebiet der bildenden Kunst, bei allen Vorbehalten gegenüber dem „Byzantinischen“, in mittelalterlichen osteuropäischen Bildwerken auch ein Weiterleben griechischer Kunst erkennen konnte.[19]
[1] Friedrich Schultze: Georgios Gemistos Plethon und seine reformatorischen Bemühungen (Jena 1874): VII.
[2] Siehe Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann. Funde und Forschungen I (Paderborn 1923): 9.
[3] Siehe Otto Mejer: Wolf Goethe. Ein Gedenkblatt (Weimar 1889): 100
[4] Siehe Wolfgang von Goethe: Studien und Forschungen über das Leben und die Zeit des Cardinals Bessarion 1395-1472. Abhandlungen, Regesten und Collectaneen. I. Die Zeit des Concils von Florenz. Erstes Heft
[5] Otto Mejer: op. cit.: 95.
[6] Siehe Wolfgang Schuller: De fragmento Vegoiae. Wolfgang Maximilian von Goethe und seine Doktorarbeit, in: Antike und Abendland XLV (1999): 166. Schuller schrieb seinen verdienstvollen Aufsatz, nachdem das Exemplar der Doktorarbeit Goethes, das diesem persönlich gehört hatte, in seine Hände gelangt war. Er hat darüber sowohl in Erfurt wie in Jerusalem vorgetragen.
[7] Siehe Wolfgang Schuller: op. cit.: 173f.
[8] Wolfgang Schuller: op. cit.: 174.
[9] Siehe Wolfgang Schuller: op. cit.: 166f.
[11] Siehe dazu meinen Aufsatz „Eine Philosophie des Pluralen? Aspekte im Denken Plethons“, Ms. 2008.
[12] Siehe Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann. Funde und Forschungen III (Paderborn 1923): 88f.
[13] Siehe dazu Wolfgang Schuller: op. cit.: 175f.
[14] Siehe Otto Mejer: op. cit.: 61
[15] Siehe Konrad Rahe: „Als noch Venus’ heitrer Tempel stand“. Heidnische Antike und christliches Abendland in Goethes Ballade Die Braut von Corinth, in: Antike und Abendland XLV (1999): 160f.
[16]
Zur Tradition der radikalen Deutsch-Griechen
(die über Nietzsche hinaus wirkt) siehe Eliza May Butler: The Tyranny of
Greece over Germany. A study of the influence exercised by Greek art and poetry
over the Great German writers of the eighteenth, nineteenth an twentieth
centuries Cambridge 1935), Suzanne L.
Marchand: Down from Olympus. Archeology and Philhellenism in Germany,
1750-1970 (Princeton 1996), Esther
Sophia Sünderhauf: Griechensehnsucht und Kulturkritik. Die deutsche
Rezeption von Winckelmanns Antikenideal 1840-1945 (Berlin 2004). Da die Plethon-Rezeption den
Ausgangspunkt für die vorliegende Skizze bildet, sollte immerhin noch erwähnt
werden, daß der deutsche Philhellenismus in der Philosophie des 20.
Jahrhunderts bei Martin Heidegger eine starke Ausprägung erfahren hat.
[17] Hierzu siehe Ludwig Mohler: op. cit.: 10ff.
[18] Otto Mejer: op. cit.: 98.
[19] Siehe Arne Effenberger: Goethe und die „Russischen Heiligenbilder“. Anfänge byzantinischer Kunstgeschichte in Deutschland (Mainz 1990): 8f., 39. Effenberger zufolge wurde die nachantike osteuropäische Kunst bis um 1810 „griechisch“ oder „neugriechisch“ genannt, bevor sich die Bezeichnung „byzantinisch“ durchsetzte. Arne Effenberger: op. cit.: 5f.