![]() Hannah Feigl, 2010 |
Walter SeitterHoher Markt 4 |
Wolfgang Koch über Walter Seitter |
WIENS SPANNENDSTE INTELLEKTUELLE 2011 (5) WALTER SEITTER Der 1941 in St. Johann in Engstetten geborene Philosoph, Kunsthistoriker und Medientheoretiker erlebte in jungen Jahren ein paar Sternstunden der europäischen Geistesgeschichte. Er studierte in Salzburg und München bei Eric Voegelin und Hans Sedlmayr, hörte 1969/70 ím studentenbewegten Paris Jacques Lacan, Raymond Aron und Michel Foucault. Bereits ab 1973 übersetzte Seitter verdienstvoll Foucault ins Deutsche; er gehörte in den 1980er-Jahren zu den ineinanderwirkenden Autoren bei Merve. 1989 begründete er die »Neuen Wiener Gruppe« (Lacan-Schule) mit, einen mutigen intellektuellen Kontrastzirkel zur Wiener Heurigenseligkeit. Und über 20 Jahre lehrte Seitter Kommunikationstheorie an der Universität für angewandte Kunst Wien. Wien steht dem Mann freilich immer schon ratlos gegenüber. Sein Produktivsein versank nie in Relativismus, weil er sein Denken lieber einem Verfahren des impliziten Philosophierens annähert, in dem Beispiele ebenso ernst genommen werden wie Argumente. Bilder und Parabeln, Zitate und Paraphrasen müssen einen Großteil der Last der philosophischen Argumentation tragen. Den Mandarinen der öffentlichen Haltungen (von Rudolf Burger bis Robert Menasse) war das immer zu intensiv, zu theorielastig, zu elitär; sie fürchteten sich bei diesem Grübelriesen in unverkäufliche Abstraktionen zu verlieren. Gegen Seitters Vielfalt und Wandelbarkeit scheint das Wiener Klima machtlos zu sein. Seine Bescheidenheit ist ein größeres moralisches Rätsel als jeder Narzissmus. Nicht nur erfolgreiche Selbstverkäufer die Medien strafen Seitter mit Ignoranz. Die Alma-Mater-Rudolphina-Vindobonensis hat ihm nie verziehen, dass er 1991 tat, was brave Kinder nicht tun, nämlich das eigene Selbstwertgefühl beschädigen, ruhig und ohne Rücksicht auf das allgemeine Ansehen eine unangenehme Wahrheit verraten. Und das hat Seitter gesagt: »Das Wien des Universitätsmilieus war das einzige, das sich gegenüber der Diktatur geöffnet hat. In den Institutionen des Wissens war die Faszination durch den Nationalsozialismus am größten und der Widerstand am geringsten«. An Seitters Wohnsitz am Hohen Markt markieren an der Hauswand ein paar Betriebe ihre Niederlassungen mit pompösen Firmenschildern. Gewissermaßen als Affront dazu hat der ja gleichberechtigt im Haus wohnende Philosoph eine Messingtafel mit der minimalistsch-bestimmten Inschrift »Walter Seitter Analytiker« anbringen lassen. Das ist eine Art von Humor, den man hier seit Abraham a Sancta Claras Zeiten nicht mehr verstehen will. Wer sich mit der »Subversion des Wissens« beschäftigte, wer sich den »Tumult« und eine »unreine Phillosophie« auf seine Fahne schreibt, wer das feinsäuberliche Nebeneinander von Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften in Verwirrung bringen will, wem der Mensch bloß als »ein Tier mit schlecht gelingendem Wahrheitsbezug« gilt, der konnte in Wien auch schon Mal in die Fänge polizeilicher Profilern geraten. Genau das geschah, als die Behörden in den 1990er-Jahren den rechtsextremen Briefbombenattentäters Franz Fuchs jagten. Die Beamten stand damals unter einem so starkem Erfolgsdruck seitens der Öffentlichkeit, dass sie in alle möglichen und unmöglichen Richtungen ermittelten und selbst auf Seitters Schreibtisch nach der ominösen »Bajuwarischen Befreiungsarmee« (BBA) fahndeten. Auch das ist Wien. Wer sich mit der Frauenmacht in der Kriemhild-Diskussion des 13. Jahrhunderts ebenso souverän zu beschäftigen weiß wie mit Geopolitik, der musste der österreichischen Polizei und deutschen Poplinken (Diedrich Diedrichsen) irgendwann einfach suspekt erscheinen. Walter Seitter, der Lacanist und begeisterte »Physiker der Philosophie«, tritt in österreichischen Zusammenhängen praktisch nicht in Erscheinung. Seit seiner Pensionierung 2006 versammelt er nur noch zwei private Reflexionszirkel um sich; in einem wird regelmäßig Platon gelesen, im anderen werden psychoanalytische Thesen diskutiert. Doch nicht nur Seitters geistige Gestalt ist singulär in Wien, seine privaten Schrullen sind es auch. Der regelmäßiger Gang dieses Intellektuellen ins Kaffeehaus ist ein einziger Symbolismus. Der Mann mit der polierten Denkerstirn sitzt nämlich mit Vorliebe in der ehemalige k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel am Kohlmarkt 14 bei einer großen Kanne Tee, die er im Laufe von ein paar Stunden bis zu dreimal mit heißem Wasser nachfüllen lässt. Welch gnadenlose Vergeudung des Daseins! Auf die Idee, sich unter Horden von Touristen mit aufgefalteten Stadtplänen zu setzen, käme kein gewöhnlicher Wiener ohne schiere Angst vor Identitätsverlust. Seitter aber schon; er hat im Demel so erfolgreich das Fehlen von Tageszeitungen beim Personal moniert, dass er jetzt sein eindrucksvolles Haupt an einem hofburgnahen Tischchen u. a. hinter Le Monde verstecken kann. »Ich war der erste Wiener, der ins Demel ging«, sagt der Philosoph stolz, »seither liegen dort Tageszeitungen für die Gäste auf«. Und zwar Blätter fügen wir hinzu , die in ihren Spalten den inspirierten Exzentriker beim hemmungslosen Zelebrieren seiner Individualität zwar schmählich übergehen, ihm aber doch aufgeschlagen bestens als Tarnung im Schaumgebäude von Wienreisenden dienen. © Wolfgang Koch 2011 |
Extras |
Symposium Philosophie und Politik Walter Seitter The Concept of the Political: inevitability of Decision Freitag, 20. Januar 2012, 11 Uhr Es wird ein "Begriff des Politischen" skizziert, der sich vom "Phänomen der Politik" nicht weit entfernt sondern dessen Essenz resümiert: Entscheidungen über die Leute in ihrem kollektiven Dasein, und zwar über alle Leute, ja über noch "mehr als alle": Entscheidungen bis hin zur "Außenpolitik". Tagung zum 10. Todestag von Dietmar Kamper Walter Seitter Philosophische Anthropologie, Historische Anthropologie, Anti-Anthropologie Freitag, 21. Oktober 2011, 18 Uhr Die Historische Anthropologie kann als Kompromißbildung zwischen der Philosophischen Anthropologie und der Anti-Anthropologie (wie sie vor allem von Foucault und Lacan vorangetrieben worden ist) aufgefaßt werden. Sie tut gut daran, diese ihre beiden "extremen" Außenpole - Essenzialismus und Dramatizismus - nicht zu vergessen. Konferenz Die vier Diskurse Walter Seitter Philosophie, Anti-Philosophie, Lacan Samstag, 26. November 2011, 11 Uhr Die einzige Profession, die Lacan ausgeübt hat, war die des Psychoanalytikers. Seine Lehrtätigkeit hatte jedoch eine Doppelcharakter: Lehre der Psychoanalyse und Führung seiner Psychoanalytiker-Vereinigung einerseits und andererseits Gründung einer Philosophen-Schule gemäß antikenVorbildern, in denen sich die theoretische Neugierde mit der Suche nach Lebenskunst verband. Akademische Verabschiedung von Professor August Ruhs Walter Seitter Fröhliche Wissenschaft – malgré tout ? Freitag, 16. September 2011, 18 Uhr Insofern die Psychoanalyse aus der Medizin hervorgegangen ist, hält sie am Konzept der "menschlichen Natur" fest, womit sie in einen deutlichen Gegensatz zur vorherrschenden Kritik am "Essenzialismus" gerät, und damit auch in den Verdacht eines gewissen Traditionalismus. Transformiert man mit Lacan die psychoanalytische Theorie in eine Weise des Philosophierens , so handelt es sich um ein Philosophieren, das mit den antiken Künsten der Dialektik, der Poetik, des Esprit, des Humors operiert. Tagung Philosophische Anthropologie und Strukturalismus Walter Seitter Gemeinsamkeiten zwischen Freud, Plessner, Lacan: Physiologie, Essenzialismus Freitag, 8. Juli 2011, 10 Uhr Anhand der drei Autoren wird gezeigt, daß der Anteil der Medizin an der Formierung und Verbreitung der Philosophischen Anthropologie nicht unerheblich ist - was erstaunen läßt, wenn man die Anthropologie für eine zentrale Thematik der Philosophie hält. VORTRAG Tagung "Dezentrierungen. Philosophische Anthropologie zwischen Struktualismus und Post-Strukturalismus" WALTER SEITTER Donnerstag, 7. Juli 2011, 18 Uhr Drei Theoretiker, die direkt oder indirekt zum Aufkommen der Philosophischen Anthropologie beigetragen, haben immerhin eines gemeinsam: daß sie Medizin (Humanmedizin) studiert haben. Während für Philosophen "Essenzialismus" schon fast zu einem Schimpfwort geworden ist, halten Mediziner an anthropologischen Konstanten fest. Ein banales Beispiel ist die Feststellung, daß bei allen Menschen das Herz mehr links sitzt, die Leber hingegen mehr rechts .... Vortrag am 23. November 2010 Universität Köln Menschenfassung Container. Zur Architekturgeschichte eines neuen Mediums Die These von der "Entmaterialisierung" der gegenwärtigen Zivilisation durch die Neuen Medien läßt sich korrigieren, wenn man die unübersehbare Allgegenwart der Container zur Kenntnis nimmt. Sie bilden ein zweites "Leitmedium" neben den Computern - und sie bestehen aus massiver "Hardware". Vortrag am 12. November 2010 Universität Graz Kontingenzen bei Aristoteles Aristoteles hat den Begriff der Kontingenz in allen Bereichen seiner Philosophie zur Geltung gebracht: Logik, Physik, Ethik. Eine zentrale Rolle spielt das mit diesem Begriff gemeinte Verhältnis in der Poetik, wo die Kontingenz einerseits von der Fast-Notwendigkeit des tragödischen plot ausgeschaltet wird, auf einer anderen Ebene jedoch durch die Zulassung des Überraschenden, des Wunderbaren, ja des Unmöglichen in gesteigerter Form in die Dichtung integriert wird. Vortrag von Walter Seitter Ursache, Urheber, Urfaktum, Urszene, Ursprung, Anfang, Prinzip Samstag, 23. Oktober 2010, 12 Uhr Das Denken des 20. Jahrhunderts neigt dazu, den Begriff "Ursache" zu verabschieden, wofür es gute und weniger gute Gründe gibt. Aber im Widerspruch dazu haben einige Paradigmata geradezu allmächtige Ursprungsinstanzen etabliert - ohne sich darüber im klaren zu sein. Ich will am Beispiel des Aristoteles eine differenzierte Begriffskultur in Sachen Kausalität vorführen. Vortrag von Walter Seitter Überlegungen zum Begriff des Politischen Donnerstag, 21. Oktober 2010, 19 Uhr Der "Begriff des Politischen" ist in dieser Form 1927 von Carl Schmitt sozusagen erfunden worden. Ich selber habe ihn in den "Menschenfassungen" (1985) zu reformulieren versucht. Da er In den letzten Jahrzehnten neuerlich von mehreren Theoretikern neu bearbeitet worden ist, komme ich wieder auf ihn zurück. Vortrag Walter Seitter: Strafen als soziales Handeln - ? Donnerstag, 11. Februar 2010, 19:30 Uhr Philosophischer Salon in der Villa Eberhard Die Praxis des Strafrechts und des Strafvollzugs steht seit 200 Jahren unter dem Zeichen der "Reform": Liberalisierung und Humanisierung des Strafens, Transformation hin zum Heilen, Erziehen, Betreuen. Gleichzeitig sieht es nicht so aus, als würde sich die Praxis des Strafens auflösen und verflüchtigen. Bis in die Gegenwart werden neue Straftatbestände geschaffen; immer wieder regt sich Volkszorn und zeigt, daß der Wille zum Strafen nicht erlahmt. In dieser Situation erscheint es geboten, die Bedeutung und den Sinn von "Strafen" neuerlich zu überdenken. "Die Zivilisation des Interpreten" Vortrag Walter Seitter: Wozu Theater? Freitag, 6. November 2009, 17 Uhr Vortrag Walter Seitter: Griechen, Plethon, Deutsche 27. November 2008, 19 Uhr Vortrag Walter Seitter: Wahrheit, Macht, Medien. 26. November 2008, 19 Uhr Podiumsdiskussion: "Ad usum: Pierre Klossowski und das Lebende Geld" 26. Oktober 2008, 17 Uhr Podiumsdiskussion: "Die Welt der Simulakren. 25. Oktober 2008, 17 Uhr Vortrag Walter Seitter: Philhellenismus oder Byzantinistik? Montag, 29. September 2008 Buchpräsentation - Der hinreiszende Klang des Amerikanischen "Tumult Schriften zur Verkehrswissenschaft 32: Der hinreißende Klang des Amerikanischen" Dienstag, 29. April 2008, 19 Uhr Lesungen von und Diskussion mit Frank Böckelmann (München), Robert Reinagl (Wien), Amerikas Übermächtigkeit sowie auch die Unvermeidlichkeit parteiischer Einstellungen ihm gegenüber erschweren den beobachtenden, den charakterisierenden Blick auf es. Im vorliegenden Tumult-Band werden mehrere Blicke oder vielmehr Hörerfahrungen zusammengetragen, die die akustische Oberfläche des Amerikanischen abtasten: Vergleiche mit dem klassischen Englisch, Hinweise auf subsprachliche Ausdifferenzierungen des Amerikanischen, Vermutungen zum Zusammenhang zwischen Sprachcharakter und Kulturprofil, Ausblicke auf andere Englishes, Mutmaßungen zur Selbstbehauptung des Deutschen gegenüber der Anglophonie ... Linguistik, Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft vereinigen sich in diesem Band zu dem, was man "Verkehrswissenschaft" nennen könnte welche hier in die Geopolitik ausgreift. Alpha Space - Prof. Dr. Walter Seitter TIEFBAU UND HOCHBAU UND Können philosophische Wesensbestimmungen zum Boden und zum Stein, zur Straße und zum Haus, zum Horizontalen und zum Vertikalen einen Beitrag zum Verständnis, ja zum Hervorbringen von Architektur leisten, die doch eine Sache von Entscheidungen, Wünschen, Wertungen ist? Münster (Westfalen) Vortrag Walter Seitter Makedonia Universität Thessaloniki (Egnatia 156) Freitag, 1. Februar 2008, 19 Uhr Mensch, Person, Individuum, Subjekt ... Ausgehend von der Frage, welche Haupt-, Neben- oder Ersatzbegriffe das Menschenwesen bezeichnen können, soll die Problematik des Ersatzbegriffes "Subjekt" diskutiert werden, mitsamt Hinweisen auf "suppôt" und "Identität". Vortrag Walter Seitter Dokumentationszentrum für ost- und mitteleuropäische Literatur In der Mitte der Zwanzigerjahre verfaßte der junge Gelehrte Erich Voegelin einen Aufsatz, der die Ich-Analyse seiner Dissertation, worin er mehrere Ich-Stufen unterscheidet, dynamisch-dramatisch auslegt: als Kampf zwischen Chaos und Sinngebung. Damit deutet er eine Grundlegung der Philosophischen Anthropologie an, die mit möglichst wenig "Voraussetzung" das Problem der "Voraussetzung" bzw. "Voraussetzungslosigkeit" formuliert. INSTITUT FÜR BYZANTINISTIK UND NEOGRÄZISTIK DER UNIVERSITÄT WIEN Doz. Dr. Walter Seitter, Wien Der griechische Philosoph Georgios Gemistos Plethon (13551452) gilt gemeinhin als Neuplatoniker. Zum einen hat er selber Platon zu seinem Ahnen erklärt, zum anderen hat er auf den Platonismus der Florentiner Renaissance eingewirkt. Darüberhinaus hat Plethon den Dualismus in der Wesensbestimmung des Menschen kosmologisch radikalisiert und den Universalismus der Wahrheit historisch-ethnographisch relativiert. In der Österreichischen Nationalbibliothek finden sich zwar keine Autographen des Georgios Gemistos Plethon, doch stammt Cod. Phil. Gr. 140, der einen astronomischen Traktat enthält, von dem Kopisten Demetrios Triboles, der sich selbst als Peloponnesier bezeichnete. Dieser Schreiber arbeitete im Kreis des Kardinals Bessarion. Aus dem 16. Jahrhundert stammt Cod. Phil. Gr. 74 mit der Verteidigung des Aristoteles durch Plethon. Der Beginn dieses Manuskriptes bis fol. 34 (ein Brief des Bessarion an den Philosophen) wurde von Arnold Arlenios geschrieben, dessen Wirken in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Venedig lokalisiert werden kann. Mit Lichtbildern Vortragsort: 1010 Wien, Postgasse 7, 1. Stiege, 3. Stock Zeit: Montag, 10. Dezember 2007, 18.30 Uhr Gäste sind herzlich willkommen!Vortrag von Walter Seitter: Montag, 5. November 2007, 19 Uhr 30. Institut, Auditorium Maximum. Schrift, Bild, Kunst Die beiden wichtigsten visuellen Miniaturisierungs- und Codierungsformen, Schrift und Bild, sind in den meisten Kulturen enge Verbindungen eingegangen. Nur die europäische Kultur tendierte zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert zur Trennung der beiden Darstellungstechniken. Seit dem frühen 20. Jahrhundert werden sie wieder häufig und auf vielfältige Weise zusammengeführt. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, was diese unterschiedlichen Verhältnisse für die Kunst bedeuten. Im Rahmen der Darmstädter Tagung "Räume und Orte. Spannungen eines Paradigmas" spricht Walter Seitter am Freitag, dem 5. Oktober 2007, um 11 Uhr über "Foucaults Topologie: Heterotopologie". Petra Gehring respondiert mit "Anthropotopie - Epistemotopie - Topie" Ort: Darmstadt, Hochschulstr. 10 Das Nest-Fest findet am Sonntag, dem 24. Juni 2007, um ca. 19.34 Uhr Kurzvorträge u. a. von Walter Seitter: Nest, Ei, Vogel - Zur Topoanalyse von Leben und Geist Versuch, die Konstitution von Lebewesen (und Geistwesen) mit rein räumlichen Kategorien zu bestimmen und zwar unterzubestimmen. Die Topologie (man könnte auch sagen: die Architektur) erweist sich als Basisdisziplin, mit der die Rahmenbedingungen geklärt werden können, in denen dann physikalische und chemische Faktoren wirksam werden. Vortrag von Walter Seitter auf der Tagung Köln, Museum Ludwig Texte und Bilder zwischen Nehmen und Geben Parallel zu seinem vielfältigen literarischen und bildernischen Werk hat Pierre Klossowski an einer sowohl historischen wie philosophischen Anthropologie gearbeitet, die mit Interpretationen zu Sade und Nietzsche eingesetzt hat und die man von einer Seite als "ökonomistische Philosophie" bezeichnen könnte. Ihre übermäßig verdichtete Darstellung hat sie in der Monnaie vivante gefunden: Geldwerdung des Menschen, Menschwerdung des Zeichens, des Goldes, der Währung? Vortrag Walter Seitter: Schrift, Bild, Kunst Donau Universität Krems Samstag, 18. November 2006, 17 Uhr Die beiden wichtigsten visuellen Miniaturisierungs- und Codierungsformen, Schrift und Bild, sind in den meisten Kulturen enge Verbindungen eingegangen. Nur die europäische Kultur tendierte zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert zur Trennung der beiden Darstellungstechniken. Seit dem frühen 20. Jahrhundert werden sie wieder häufig und auf vielfältige Weise zusammengeführt. Vortrag Walter Seitter: Freitag, 3. November 2006, 18 Uhr Michel Foucault: Von der Fremdbestimmung zur Selbstführung? Der französische Philosoph Michel Foucault (1926-1984) folgte der Annahme, Fremdbestimmung (Fremdbestimmtheit) würde den Menschen unerträgliche Situationen aufzwingen. In seinen frühen Schriften hat Foucault zeigen wollen, daß auch die modernen menschenfreundlichen Regierungen seit dem 18. Jahrhundert die Leute gängeln und in Schach halten. Die Erfahrung und die Analyse solcher Regierungspraktiken kann bereits zu ihrer Kritik, möglicherweise zu ihrer Überwindung überleiten. In seinen späten Schriften hat sich Foucault im Nachvollzug antiker Philosophen gefragt, welche Möglichkeiten die Individuen haben, Strategien der Selbstbestimmung für sich zu organisieren. Vortrag von Walter Seitter auf der Tagung Freitag, 14. Juli 2006, 11.30 Uhr: Schrift und Bild sind zwei benachbarte visuelle Artifizien, zu deren Produktionsbedingungen die menschliche Hand gehört, die einerseits dinglich, andererseits auch lose gekoppelt (im Sinne von Fritz Heider) ist, wozu vor allem die Gegebenheit der Finger beiträgt. Während sich dieser "fingerige" Charakter auf die Schrift offensichtlich überträgt, können Zeichnung und vor allem Malerei ihre "digitale" Herkunft auch verschleiern. Vortrag von Walter Seitter auf der Tagung "Klanganthropologie" im Clubhaus der Freien Universität Berlin, Goethestr. 49, 14163 Berlin. Samstag, 22. April 2005, 11 Uhr 30: Vorträge von Walter Seitter in daedalus notes 1984 - 2006 Samstag, 8. April 2006, 10 Uhr: Foucault: Infamie, Heterotopie ... Samstag, 8. April 2006, 14 Uhr: Lacan: Illustration, Topologie, Zeichenkunst. In Lacans Zeichnungen (siehe www.lacan.at - Lacan-Ausstellung 1988) lassen sich drei Ebenen unterscheiden: Darstellung seiner psychoanalytischen Theorie von der "psychischen Realität", welche den Bereich des Subjekts überschreitet; Heranziehung einer mathematischen Subdisziplin, die Topologie heißt; zusätzliche oder tychische Bildeffekte, die in Richtung Organismus oder Architektur weisen. Vortrag Walter Seitter im Rahmen der Tagung "Expressivität und Stil. Helmuth Plessners Sinnes- und Ausdrucksphilosophie" vom 23. bis zum 25. März 2006 in Florenz. Samstag, 25. März 2006, 9 Uhr, Gabinetto Vieusseux, Piazza Strozzi, Florenz: Expressionismus-Kritik und Kundgebungs-Notwendigkeit Helmuth Plessner hat um 1920 in der Malerei von Kandinsky, Malewitsch und Mondrian eine radikale Selbstzerstörung des Bildes aus dem Geist der Gnosis diagnostiziert. Seine profunde Modernismus-Kritik bleibt aber nicht in Verzweiflung stecken. Sie läßt die Möglichkeit offen, daß die Architektur, die sich nicht vollständig von der Welt emanzipieren kann, aus der Krise des Bildes neue Chancen schöpft: so "wird ein Geschlecht, das Bilder haben will, aus dem Verfall die reinen Elemente zu neuem Aufbau zu gebrauchen wissen". Es waren die im Bunde mit der Industrie konzipierten Bauten der Künstler des Deutschen Werkbundes, die Plessner zu dieser Hoffnung befähigten. Vortrag Walter Seitter im Rahmen der Tagung "Das Politische - Bild und Wirklichkeit" vom 9. bis zum 11. März 2006. Freitag, 10. März 2006, 11 Uhr, AAI-Wien, Türkenstr 3/2, 1090 Wien: Einrichtungen. Politische Institution und künstlerische Installation - Berlin 1995. In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts hat Martin Heidegger die Staatsgründung und die Hervorbringung von Kunstwerken in Parallele gesetzt und beide als "Einrichtung von Wahrheit" bezeichnet. In den Neunzigerjahren kam es mit der Wiedervereinigung Deutschlands zu einer Situation, in der die Staatlichkeit einen neuen Anfang zu nehmen hatte. In diese Phase stieß die Reichstagsverhüllung von Christo und Jeanne-Claude hinein: einerseits von außen kommend und andererseits ein zentrales Symbol deutscher Politik besetzend. In welches Verhältnis traten damit Politik und Kunst? Vortrag auf dem Symposium "Vor 50 Jahren: Lacan in Wien" Samstag, 5. November 2005, 11 Uhr Vor 50 Jahren ist Lacan nach Wien gefahren, um hier seinen Vortrag "Das Freudsche Ding oder Sinn einer Rückkehr zu Freud in der Psychoanalyse" zu halten. Während dieses Vortrages vollzog er eine überraschende Hinkehr zum Pult und erteilt ihm das Wort. Diese Wendung Lacans zu seinem aktuellen Nächsten, seinem momentanen Zeit- und Ortsgenossen, greife ich auf, um die topischen Dimensionen des Denkens zu erörtern. Vortrag von Walter Seitter auf der Tagung "Montesquieu, der Staat, die Religion" in Sofia (7. und 8. Oktober 2005) De Pléthon à Montesquieu: politique et religion dans l'Empire byzantin et dans le projet de réforme tardo-byzantin. Der französische Theoretiker Montesquieu (1689-1755) hat sich relativ ausführlich mit dem sog. Byzantinischen Reich auseinandergesetzt und sah in der mangelhaften Gewaltenteilung zwischen Staat und Kirche einen Hauptgrund für den Niedergang jenes Reiches, das im Jahre 1453 endgültig unterging. Seine nachträgliche Kritik überschneidet sich teilweise mit den weitgehenden Reformvorschlägen, mit denen der griechische Gelehrte und Fürstenberater Plethon (1355-1452) im 15. Jahrhundert vergeblich versucht hatte, seinem Vaterland aufzuhelfen. Unter www.boerverlag.de kann das Buch im Gesamtverzeichnis gefunden und als PDF heruntergeladen werden. |
Aus der von März 1985 bis Dezember 2007 währenden Lehrtätigkeit an der Universität für angewandte Kunst werden zwei Serien dokumentiert: |
Stadtbesprechungen, in denen jeweils ein Ort der Stadt mit Gehen, Sehen und Sprechen thematisiert worden ist.
Die Postgasse im Jahre 1760, gemalt von der Postgasse 6 aus.
Montagvorträge "ÄSTHETIK UND POLITIK"
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Fortlaufende Veranstaltungen |
Im Rahmen der Sektion Ästhetik der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule finden folgende Privatseminare statt: Näheres dazu unter http://hermesgruppe.blogspot.com/ |
Mitherausgeber von
TUMULT |
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1. Wiener Philosophen Café
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jeden 2. Samstag um 16 Uhr
im Café Korb
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Buchveröffentlichungen |
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NovaNeue Texte - vor dem Druck |
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Gäste |
Seit kurzem gibt es die Helmuth Plessner Gesellschaft, die sich die Aufgabe setzt, das Werk dieses Philosophen, eines Hauptvertreters der "Philosophischen Anthropologie" zu fördern und in die weitere Entwicklung der Philosophie einzubringen. Helmuth Plessner Website: www.helmuth-plessner.de |