LUISE WALKER
Biographie


Luise Walker, Wien, klassische Vertreterin des künstlerischen Gitarrespieles, begann das Studium dieser zarten Kunst als 8-jähriges Mädchen, als ihr Vater beschlo8, daß seine auffallend musikalische kleine Tochter ein Instrument lernen sollte, das in den Ohren des Konzertpublikums nicht alltäglich klingen durfte. Man könnte fast behaupten, daß mit ihr gleichsam dieses frühere Volks- und höfische Instrument zum Konzertinstrument emporwuchs, besonders seitdem spanische Komponisten und Virtuosen in den 20er und 30er Jahren unseres Jahrhunderts den eigentlichen Konzertstil und die konzertante Technik für Gitarre geschaffen haben, sowie er heute in den Konzertsälen in Form von Solokonzerten mit Orchester, in kammermusikalischen Werken und in kleineren Sonaten und Konzertstücken erklingt.

Luise Walker besuchte die Musikhochschule in Wien, wo sie nicht bloß ihr Instrument, sondern auch die Musik als Wissenschaft und hohe Kunst schätzen lernte. Ihr Lehrer für Gitarre war Prof. Jakob Ortner. Ferner hielt der Kammervirtuose Heinrich Albert seine schützende Hand über ihr junges Talent. Miguel Llobet, der damals größte spanische Gitarrevirtuose, war häufig Gast im Hause ihrer Eltern. Er gab ihr mit seinem reinen Stilempfinden und großartigen Technik das Beste, um ihrer einzigartigen Musikalität zur Entwicklung zu verhelfen.
Als 14-jähriges Mädchen gab Luise Walker ihr erstes öffentliches Konzert. Bald erhielt sie Einladungen in fast alle Länder Europas und nach USA. Ab 1940 war sie Professor an der Musikhochschule in Wien. in den Jahren davor hatte sie eine Privatschule für Gitarre. Unter ihren Schülern befanden sich viele Gitarrelehrer ausübende Künstler und Musikdilettanten. Luise Walker gab sowohl Studienwerke für Gitarre als auch zahlreiche konzertante Stücke heraus. zum Nutzen des Anfängers des ernsten Studenten als auch des ausübenden Künstlers, wobei sie sowohl in der Interpretation ihrer eigenen Kompositionen. als auch in ihrem gesamten Repertoire, einschließlich der Gitarre-Solokonzerte mit Orchester die Technik als selbstverständliche Voraussetzung für die Entfaltung echter Empfindung und Musikalität anzusehen bestrebt war.

© 1962 Edition Hladky

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